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Die Erlerkapelle am Ölberg

 Bild: Die Erlerkapelle am Ölberg

Am sogenannten "Ölberg", auf dem sich auch die neue evangelische Christuskirche, ein Werk von Clemens Holzmeister, befindet, stehen zwei kleine Kapellen, von denen die vordere unter dem Namen ihres Gründers, des bekannten Kitzbüheler Künstlers Franz Christoph Erler (geboren 1829, gestorben in Wien 1911), bekannt ist.
Sie gehört zum "Rainhof", der als "Rainergütl" um 1860 von der Familie Erler erworben und 1865 von Franz Christoph Erler neu errichtet wurde. Kurz danach dürfte es auch zum Bau der kleinen gemauerten Kapelle gekommen sein.

Die neugotische offene Kapelle ist einjochig und erhebt sich über rechteckigem Grundriss mit dreiseitigem Chorschluss. Der nach Süden orientierten Giebelfassade ist eine Vorhalle auf Holzstützen vorgelagert, die seitlich durch hölzerne Balusterbrüstungen auf Steinmauern begrenzt wird. Die hölzerne Dachkonstruktion der Vorhalle wird durch Kopfbänder mit Zierschnitt gestützt. Die gemauerte Kapelle wird gemeinsam mit dem Holzvorbau durch ein einheitliches Kupferblechdach abgeschlossen.

Die Erschließung erfolgt über ein mittig situiertes gekehltes Spitzbogenportal mit geschwungenem Schmiedeeisengitter, dessen oberer Teil ein einfaches vergoldetes Kreuz schmückt. Das Portal ist durch eine Putzbänderung zusätzlich betont. Der schlichte Kapellenraum zeigt eine einfache Holzdecke mit Ornamentfries und wird durch ein farbiges Glasfenster mit originalem Blütendekor belichtet. Die künstlerische Ausstattung der Kapelle besteht aus zwei polychromen Basreliefs von Franz Christoph Erler (bez. 1876 und 1877), die „Anna, Joachim und Maria" (Ostwand) und „Jesus nimmt Abschied von seiner Mutter" (Altarwand) darstellen. Zur weiteren Ausstattung gehören eine einfach gemauerte Mensa und zwei Betstühle aus der Erbauungszeit.

Das Bundesdenkmalamt hat mit Spruch vom 30. März 2007 entschieden, dass die Erhaltung der Kapelle im öffentlichen Interesse gelegen ist und sie somit unter Denkmalschutz gestellt.

Das öffentliche Interesse an der Erhaltung dieses Denkmals wurde u.a. wie folgt begründet:

Die Erlerkapelle in Kitzbühel stellt ein für seine Entstehungszeit im „Strengen Historismus" wie für die heimische Kulturlandschaft charakteristisches sakrales Kleindenkmal dar. Sie steht in der Tradition barocker Volksfrömmigkeit, als deren Zeugnisse unzählige Kapellenbauten in Tirol entstanden sind. In ihrer Gestaltung dem neugotischen Formenvokabular verhaftet, entspricht die Kapelle der historisch geschulten Kunst des Franz Christoph Erler.

Die Kapelle befindet sich seit 1900 im Besitz der Familie Obernauer (Rainhof), jetzt Jenewein. 

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