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Kitzbühel

Gemeinderatssitzung vom 17. Dezember 2012

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Wildbachverbauungen und Speicherkraftwerk

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Bei einem schweren Gewitter im August 1991 sorgte der Walsenbach für Überschwemmungen und Vermurungen.

In der letzten Arbeitssitzung des Gemeinderates im Jahr 2012 wurden Weichen für die Verbauung des Walsenbaches sowie der Errichtung des Speicherkraftwerks Kohlstatt-Ehrenbach gestellt. Für die Klostersanierung stellt die Stadt Kitzbühel einen Betrag von 500.000,- Euro bereit.

Das Thema Sicherheit für die Bevölkerung wird in der Stadt Kitzbühel seit Jahren hochgehalten. Nach den bereits erfolgten Wildbachverbauungen beim Pfarraubach und Gänsbach geht Kitzbühel diesen Weg konsequent weiter. Ab 2013 wird der Walsenbach von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) verbaut. Dieser sorgte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder für gefährliche Situationen. Bei einem Hochwasserereignis im Jahre 1955 wurde sogar ein ganzer Zug aus den Gleisen geworfen. Das letzte schwere Hochwasser liegt rund 20 Jahre zurück. Damals wurden viele anrainende Häuser vermurt. „Seit damals laufen auch Planungen für eine sichere Verbauung, die jetzt endlich umgesetzt werden kann“, erklärt Bürgermeister Dr. Klaus Winkler. Das Einzugsgebiet an den Hängen des Kitzbüheler Horns beträgt rund 3,7 km2 auf einer Gerinnelänge von 3,8 km. Im Unterlauf werden 29 bestehende Sperren saniert und eine Sperre neu errichtet. Im Mittellauf müssen 14 Sperren saniert und 23 Sperren neu gebaut werden. „Von den Gesamtbaukosten in Höhe von 6,4 Millionen Euro entfallen 21 Prozent auf die Stadt“, berichtet Bürgermeister Winkler und betont, dass im Gegensatz zu anderen Bundesländern die anrainende Bevölkerung nicht zur Kassa gebeten wird. Die geplante Bauzeit wird rund 6 bis 7 Jahre betragen.

Auf der gegenüberliegenden Seite wird der vom Hahnenkamm ins Tal fließende Ehrenbach ebenfalls gezähmt. Dabei werden aber gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. „Wir errichten hier ein neues Speicherkraftwerk“, erklärt Vizebürgermeister Ing. Gerhard Eilenberger, der im Zivilberuf Leiter der Kitzbüheler Stadtwerke ist. Parallel zur Errichtung der benötigten Druckrohrleitung werden von der WLV die dringend sanierungsbedürftigen Sperren neu gebaut. Die Gesamtkosten für das Speicherkraftwerk betragen rund 3 Millionen Euro. „Mit dem neuen Kraftwerk können wir unsere Eigenstromproduktion um 16 Prozent steigern“, ergänzt VBM Eilenberger, „das entspricht ungefähr dem Strombedarf von 300 Haushalten“. Zudem sei diese Ökostromanlage ein weiterer Schritt in Richtung mehr Unabhängigkeit von herkömmlichen Energieversorgern, ergänzt VBM Eilenberger.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war die Beschlussfassung über die Einigung mit dem Kapuzinerorden. Das seit mehr als 300 Jahren bestehende Kloster in Kitzbühel hat einen großen Sanierungsbedarf. Die Gesamtkosten werden rund 1,5 Millionen betragen. Die Stadt Kitzbühel hat einer finanziellen Unterstützung in Höhe von höchstens 500.000,- Euro in fünf Jahresraten grundsätzlich zugestimmt, dies aber unter Auflagen. „Wir wollten sicherstellen, dass weder Kloster noch der dazugehörende Garten nach erfolgter Sanierung verkauft wird“, erklärt Bürgermeister Dr. Winkler. Daher habe sich sie Stadt vertraglich ein auf 20 Jahre befristetes Vorkaufsrecht gesichert. Zudem verpflichtet sich der Orden, die Subvention wertgesichert zurückzuzahlen, wenn es innerhalb der nächsten 20 Jahre doch zu einer Veräußerung des Klosters oder Teile des Grundstücks kommt. „Das Kloster ist ein förderungswürdiges Kulturgut in unserer Stadt“, unterstreicht Bürgermeister Dr. Winkler den Beschluss des Gemeinderates. Zudem gelte es, den Klostergarten als wichtiges Kleinod in der Stadt zu erhalten.   

20.12.2012